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Leben, Reisen und Geniessen in China

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Die Krabbe

Februar 11th, 2009

Dass man in China ein ungezwungenes Verhältnis zum Essen hat, ist mir nicht neu. Hühnerfüsse, Entenzungen, Schweinemägen – hier kommen nicht bloss Filet und Brustfleisch auf den Tisch, sondern das ganze Tier. Und je mehr noch dran ist, desto besser. Diese Philosophie gefällt mir eigentlich ganz gut, sie wirkt zwar bisweilen abstossend, ist aber ehrlicher als unsere Gewohnheit, alles in Plätzchen, Würfel, Nuggets, Medaillons und Steaks umzuschneiden, und so zu tun, als hätte es das Viech gar nie gegeben.

Ensprechend wird in China auch für kulinarische Leckereien geworben. KFC hatte eine Werbung im Programm, in der ein Mann mit Hingabe eine Kuh mit Bier überschüttet und massiert, um sich dann den daraus resultierenden, zarten Rindfleisch-Wrap reinzupfeifen (während das Rind im Hintergrund noch zu sehen ist). Für sowas würden Kreative im politisch korrekten Westen wohl gefeuert.

Gleich verhält es sich mit der Werbung für mmmh! frittiertes Krabbenfleisch, die ich kürzlich auf einem Bus gesehen habe und in letzter Not mit dem Handy fotografieren konnte:

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„Entschuldigung“, sagte die Krabbe zu ihrem Klienten. „In dieser Angelegenheit sind mir die Hände frittiert.“

Tags: Allgemeines