Ich hatte Ihnen noch Bilder vom Wangqiu (wörtlich Netz-Ball) versprochen. Es war unglaublich. Die Nebenplätze waren winzig klein, man glaubte, einem Interclub-Wettkampf in der Schweiz beizuwohnen, nur traf man dann auf Leute wie die Williams-Schwestern, David Nalbandian, James Blake und Fernando Gonzales. Es gab auch ein paar grössere Courts und natürlich den Center Court, auf dem Roger Federer einen Salvadorianer namens Rafael Arevalo demontierte. Hier ein paar Eindrücke:

Federer (SUI)

Hewitt (AUS)

Blake (USA)

Jankovic (SER)

Nadal (ESP)

Hrbaty (SLK)

Schnyder (SUI)

Wawrinka (SUI)

Center Court
Beim Spiel zwischen dem US-Amerikaner James Blake und dem Slowaken Dominik Hrbaty beobachteten wir übrigens eine ziemlich glatte Szene. Da das Spiel spätnachts stattfand, hatte das Flutlicht bereits unzählige Insekten angelockt. Ein besonders freches Viech - aus der Distanz beobachtet vermutlich eine Heuschrecke - landete direkt neben Herrn Blakes Fuss, was sofort ein äusserst motiviertes Ballmädchen auf den Plan rief. Gekonnt packte sie sich den Hüpfer, rannte zurück in ihre Ecke und verstaute das Ding…
…in ihrem Hosensack (Bild links).

Danach tat das Mädchen, als wäre nichts geschehen (Bild rechts), ein Mass an Aufopferung und Professionalität, das uns doch sehr beeindruckte (jia you!), sodass wir fortan unsere Linsen auf sie gerichtet hielten.
Auf eine weitere Reaktion warteten wir jedoch vergebens. Das Match dauerte an, und das Mädchen hatte die Ruhe weg. Bälle werfen, Bälle rollen, Handtuch reichen, Handtuch aufheben - alles mit einer fingerlangen Heuschrecke im Hosensack. Und keine Regung.
Doch dann, nach einer halben Stunde - ein schneller Griff an den Oberschenkel. Wollte Sie prüfen, ob der Gümper noch da war?
Folgendes Bild beweist: Er war noch da.

Wie besagt doch die alte Bauernregel? Wenns zwickt den Volontär im Sack, dann hat ihn ein Insekt gepackt.
Oder so.





