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Leben, Reisen und Geniessen in China

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Tee

April 17th, 2008

Nachdem ich heute morgen die Zeitungen gelesen hatte (im Internet, versteht sich), und feststellen musste, dass der Graben zwischen China und dem Rest der Welt um weitere acht Zentimeter gewachsen ist, tat ich, was ich in solchen Momenten immer tue: Tee trinken.

Ich bin ja zum ganz grossen Teetrinker avanciert hier, geschätzte Leserinnen und Leser. Ich trinke grünen und schwarzen Tee (der hier lustigerweise „hong cha – roter Tee“ – heisst), am besten schmeckt mir aber „juhuacha“ – Chrysanthemen-Tee. Die Chrysantheme, eine hübsche kleine Blume, kannte ich bisher nur aus der gehobenen Herrenmode, weil sie korrekterweise ins Knopfloch eines Cutaway gehört. Hier in China wird die Blüte getrocknet und mit kochendem Wasser aufgegossen, was einen hervorragenden Tee ergibt.

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Ein absolutes Muss für jeden chinesischen Teetrinker ist ein spezielles Teeglas, das die Teeblätter, respektive Blumen, vom Wasser trennt. Tee wird hier nämlich nicht im Beutel gereicht, sondern direkt ins Wasser geworfen, was eine leidige Angelegenheit sein kann, wenn man denn kein richtiges Trinkgefäss besitzt. Dann ist man nämlich mehr mit Teeblättchen-Ausspucken als mit Trinken beschäftigt.

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Ich habe mir ein schickes Teeglas mit einem Metallnetz-Aufsatz besorgt. Eine grandiose Erfindung. Ist das Glas erst einmal leergetrunken, werden dieselben Blüten übrigens gleich noch einmal mit Wasser aufgegossen. Und dann noch einmal. Wie mir gesagt wurde, ist bei vielen Teesorten der dritte Aufguss der Beste, weil er das ausgewogenste, harmonischste Aroma produziert.

Würde doch nur ein bisschen mehr Tee getrunken auf dieser Welt.

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