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SVP-Zmorge

Januar 28th, 2008

Ist ja gut, ich habs ja provoziert.

Die Abbildung vom womöglich nicht ganz offiziellen Bucherer Flagship Store in Shanghai und die dazugehörige Frage der Woche haben bei der Chinablog-Leserschaft Reaktionen hervorgerufen, die von Vorurteilen nur so strotzen. Da wird der „gemeine Kommunist“ beschworen, der in der Drehtür die Orientierung verliert, es wird gemutmasst, die Chinesen würden beim Anblick von „soooo viel Gold“ die Türe einschmelzen und falsche Rolex-Uhren draus machen, und es erdreistet sich sogar einer, zu behaupten, „den almen, kleinen chinesen“ würde – äh – wülde es „bei einel söttigen buchelel-dlehtül kotzübel“.

Also bitte, meine Herren. Wir sind hier nicht beim SVP-Zmorge.

Ich wunderte mich sehr, dass „der Chinese“ in meinem Heimatland eben doch noch immer der kleine lustige Kerl mit dem langen Zopf ist, der fortwährend nickt, und das „R“ nicht aussprechen kann.

Das kann doch nicht sein, dachte ich.

Ich überlegte gerade, wie ich diesem impertinenten Vorurteil auf intelligente, nachdrückliche Weise entgegentreten könnte, da fiel mein Blick auf folgenden Hinweis:

(…)

Na gut. 1-0 fürs SVP-Zmorge.* 😉

Ich verspreche Ihnen aber, liebe Leserinnen und Leser, dass ich in den kommenden Monaten alles dafür tun werde, Ihnen zu beweisen, dass es auch Chinesen gibt, die einem nicht sämtliche metallischen Gegenstände aus der Tasche ziehen, um Rolex-Uhren daraus zu machen; dass es solche gibt mit kurzen Haaren und einer hervorragenden Aussprache. Und bestimmt finde ich auch einen, der rechts von links unterscheiden kann.

Den Preis vom Crazy-Chinablog-Gabentisch gewinnt übrigens Herr paar@ohre, der mutmasste, bei Bucherer habe man keine Drehtür eingebaut, „weils bei ‚Äúwardrobe‚Äù schon eine hat und die von bucherer nicht als kopisten dastehen wollten.“

Das fand ich schaulig lustig.

Ihre Anschrift, lieber Herr paar@ohre, bitte direkt an mich.

*Der Fairness halber muss erwähnt werden, dass der Text aus einem japanischen Magazin stammt.

Tags: Klischeekrieg · Zenme le?