Darüber, dass die Chinesen ihre liebe Mühe damit haben, uns Westler auseinander zu halten, habe ich ja schon bei Blick Online geschrieben.
Unsere geliebte Li Ayi setzte dieser Tatsache gestern noch das Krönchen auf.
Ich war im Büro am Arbeiten, als sie das Zimmer betrat, in der einen Hand den Wischmop, in der anderen Hand ein paar Fotos. Es waren die Bilder, die wir vor ein paar Tagen per Post aus der Schweiz zugestellt bekamen. Sie zeigen Frau Sabrina und Herrn Per, liebe Freunde von uns, die beabsichtigen, schon bald den heiligen Bund der Ehe zu schliessen (*pastorales Räuspern*). Aus diesem Anlass bekamen wir viele schöne Fotos zugesandt, in Form einer Hochzeitseinladung.

Li Ayi schaute selig auf die Fotos, dann schaute sie mir direkt ins Gesicht und sagte: “Das sind Du und Frau Xie, gell?”
Sie sagte es natürlich auf Chinesisch, und weil mein Chinesisch inzwischen gut, aber noch nicht splendid ist, fragte ich zur Sicherheit nach.
Lu Hai Rui: “Zěnme le?”
Li Ayi: “Zhe shi Hai Di he Hai Rui ba?” (Das sind Frau Xie und Herr Lu, oder?)
Lu Hai Rui (fassungslos): “Bu shi!” (Nein!)
Li Ayi: “Ah.”
Ich meine, das hat jetzt hier nichts mit Herrn Per zu tun, ich halte Herrn Per für einen äusserst gut aussehenden Zeitgenossen und von Frau Sabrina wollen wir schon gar nicht anfangen, aber die Frau schaute mir mitten ins Gesicht, und fragte mich, ob ich diese Person auf dem Foto sei, die offensichtlich ganz anders aussieht als ich.
Wie kusturicamässig ist das, bitteschön?
Li Ayi schien etwas enttäuscht zu sein, dass es sich bei den Fotos nicht um uns, sondern um ihr unbekannte rui shi ren handelte.
Kurze Zeit später kam sie wieder in mein Büro und sagte: “Auf Wiedersehen heisst auf japanisch Sayonara.”
“In diesem Fall, liebe Li Ayi”, sagte ich, “hast Du vollkommen Recht.”
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Und – äh – Frau Sabrina und Herr Per: Vielen lieben Dank, wir haben uns sehr gefreut. Wir versuchen das Menschenmögliche.





