Noch vier Tage, liebe Leser, noch vier Tage. Frau Xie und ich erledigen die letzten, allerletzten und hinterletzten Aufgaben, wozu ein Besuch im Zeughaus, mehrere Besuche in der Apotheke und richtig viele Besuche auf richtig vielen Ämtern gehören. Aber ich will hier nicht über die Schweizer Bürokratie mäkeln, das wäre ja schon fast ironisch. China, sie wissen schon.
Auch letzte Besuche von Freunden und Verwandten gehören zum Aktivprogramm des gemeinen Auswanderers, gestern Abend waren beispielsweise meine Schwester und mein Schwager dran, und in diesem Zusammenhang will ich Ihnen noch einen Tipp mit auf den Weg geben. Respektive drei Tipps. Es gibt nämlich in der Schweiz drei richtig gute China-Restaurants, vielleicht gibt es auch mehr, aber ich hab nur drei richtig gute besucht. Und die will ich Ihnen hier noch bekannt geben, denn wenn ich erst einmal in Bild und Ton von meinen kulinarischen Exkursen in Shanghai zu berichten beginne, von Krabben, Garnelen und geröstetem Mandarinfisch, vom Tofu der pockennarbigen Grossmutter, von Zitronenhuhn und Hot-Pot-Gelagen, dann werden Sie gierig das nächste China-Restaurant googeln und dort enttäuscht feststellen, dass es nur “Chicken Sweet’n'Sour” gibt und Fischknusperli.
Besser, Sie kommen hierhin:
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1. Min Kang Yuan, Luzernerstrasse 35 in 6403 Küssnacht am Rigi.
So gut, dass es inzwischen leider auch die Sternschwinger von GaultMillau gemerkt haben. Als wir vor ein paar Monaten da waren, hatte es nur drei Gäste. Darunter Herrn Vasella. Kein Witz. Ich hielt ihn übrigens zuerst für Daniel Jeandupeux. Aber das nur am Rand. Der Blick auf den Vierwaldstättersee, während einem das “Lemon Chicken” Blasen auf die Zunge wirft - unbezahlbar.
2. Restaurant Luo, Stampfenbachstrasse 60 in 8006 Zürich
Es gibt schönere Ecken in Zürich als die Stampfenbachstrasse und es gibt schöneres Ambiente als das Entrée des Hotel Sofitel, aber das Essen ist hervorragend. Und die Luos sind entzückend liebenswerte Menschen.
3. Restaurant Beyond, Zollstrasse 20 in 8005 Zürich
Da waren wir eben gestern Abend. Toll. Starker Sichuan-Einfluss, was bedeutet: hot, hot, hot! Liebenswürdigerweise sind die Gerichte mit Chilischoten gekennzeichnet, was meinen lieben Herrn Schwager aber nicht davon abhielt, Rindfleischstreifen Sichuan zu bestellen, ein Gericht mit Drei-Schoten-Warnung (”ein Muss für alle Fans scharfen Essens!”). Schon der erste Bissen ätzte ihm die Oberlippe weg, er sprach daraufhin sehr undeutlich und trug einen lustigen Gesichtsausdruck. Im Ernst: Tolles, sehr authentisches Essen in unaufgeregtem Ambiente (keine Lampions und so). Sehr empfehlenswert.
Warum wir unsere letzten Tage in der Schweiz in China-Restaurants verbringen, fragen Sie?
Gute Frage, eigentlich.





