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Leben, Reisen und Geniessen in China

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Back to School

Februar 28th, 2008

Gestern war es endlich soweit, liebe Leserinnen und Leser, mein erster Tag an der Uni stand auf dem Programm. Nicht wirklich mein erster, ich habe ja schon ein paar Stunden in den Holzbänken der ehrenwerten Universit√© de Gen√®ve abgesessen, es war vielmehr meine Premiere an der Jiao-Tong-Universität, wo ich ab kommendem Montag ein kleines Intensivstudium der Chinesischen Sprache absolvieren werde (zwei Semester, vier Stunden pro Tag).

Ich will ja mittelfristig auch was dong (*) hier, Sie verstehen.

Ich war hergekommen, um mich offiziell zu immatrikulieren, meine Bücher abzuholen und ein paar tausend Yuan in kleinen, nicht nummerierten Scheinen zu hinterlegen. Als Erstes stach mir folgendes Begrüssungsbanner ins Auge:

cimg1986.jpg

Wow. Welcome Foreign Students From All Over The World!

Ich war gerührt. So ein Banner gab es in Genf damals nicht. Wobei das wahrscheinlich besser war so, vermutlich hätte Veuillez vous faire foutre, √©tudiants de la suisse al√©manique, svp! drauf gestanden.

Jedenfalls fühlte ich mich sofort sehr willkommen und behielt meine gute Laune auch dann noch, als mich die Frau am Immatrikulationsschalter von Kopf bis Fuss musterte und sagte: „You are student?“Himmel!, dachte ich. Natürlich bin ich Student. Ich trage Turnschuhe!

Danach lief alles glatt. Ins Einstufungspingpong stieg ich mit Bravour: Ni shi fa guo ren ma?, fragte mich der freundliche Herr, und ich hätte am liebsten laut geschrien: Sehe ich etwa aus wie ein Franzose?, lächelte aber ruhig und sagte: Bu shi. Wo shi rui shi ren. Er grinste schelmisch und stellte mir ein paar weitere Fragen, die ich ausnahmslos mit „wo ting bu dong“ (*) beantwortete. „Beginner“ lautete das Verdikt, „Class Number 5“. Nun gut. Nächsten Montag gehts los.

Zur Uni, die nur einen knappen Kilometer von unserer Wohnung entfernt liegt, war ich übrigens mit meinem brandneuen Fahrrad gefahren.

cimg1988.jpg

Das Teil hatte ich tags zuvor in einem Media-Markt-meets-C&A-mässigen Sportgeschäft namens Decathlon erstanden, für sagenhafte 75 Franken.

75 Franken.

Dafür kriegt man bei uns nicht mal neue Pedalen.

Gut, nach zehn Minuten Fahrt hatte ich einen fürchterlichen Kettenschaden, fand dann aber glücklicherweise einen netten Strassenrandmechaniker, der das Problem behob. Jetzt verzichte ich vorsichtshalber aufs Schalten, und da mein Fahrrad natürlich viel zu klein ist, und ich aus der Kniebeuge heraus trampen muss, erinnere in voller Fahrt ein wenig an Steve McQueen, wie er in „The Great Escape“ auf einem Velo aus deutscher Kriegsgefangenschaft flüchtet.

Aber eben. 75 Franken.

Tags: Allgemeines