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A propos Tickets

August 13th, 2008

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Alles ausverkauft. Hiess es Ende Juli.

Dass das nicht stimmt, konnte man am Fernseher gleich selbst mitverfolgen, das Beachvolleyball-Stadion etwa war während der Spiele von Heuscher/Heyer (22 Uhr) und Laciga/Schnider (23 Uhr) am Montag maximal zu 20 Prozent gefüllt.

Wer nun aber denkt, dass sich dem spontanen Olympia-Besucher damit ungeahnte Möglichkeiten eröffnen, liegt falsch.

Ich stand an genau diesem Montagabend ab 21 Uhr vor dem Beachvolleyball-Stadion und versuchte ein Ticket zu ergattern. Keine Chance. Die Zuschauer, die bereits seit 18 Uhr im Stadion gewesen waren, strömten in Scharen heraus, allesamt mit Tickets, die noch bis Mitternacht gültig wären. Ich versuchte, den Ticketkontrolleuren die Absurdität der Situation klar zu machen. Das Stadion ist leer, und ich stehe hier draussen und will rein. Darf aber nicht, weil „one person, one ticket“.

Es war ja nicht mal so, dass ich gratis reinwollte. Ob ich irgendwo noch ein Ticket kaufen könne, fragte ich am Informationsstand. Ob ich jemandem eines abkaufen könne. Irgendwas, halt. No way.

Um 21.52 Uhr verlor ich langsam meinen unerschütterlichen Glauben. Aus der Ferne gähnten mich die leeren Tribünenränge des Stadions an. Noch einmal fragte ich bei den Volunteers nach. Ob sie nicht jemanden anrufen könnten, der sowas entscheiden könne. Ob es nicht irgendeinen Weg gebe (in China gibt es grundsätzlich immer irgendeinen Weg).

„Maybe“, sagte das freundliche Mädchen am Informationsstand exakt sechs Minuten vor Spielbeginn, „you can go home and do some research on the Internet.“

Dabei hab ich nicht mal ADSL.

***

UPDATE (13:56): Gerade gelesen bei Eurosport:Das Internationale Olympische Komitee wertet die Spiele in Peking als vollen Erfolg. IOC-Olympiadirektor Gilbert Felli lobte die Organisatoren in höchsten Tönen. „Ich kann nach fünf Tagen sagen, dass ich ein glücklicher Olympiadirektor bin“, sagte Felli. Die Athleten seien „glücklich“, die Wettkampfstätten und das Olympische Dorf „fantastisch“. Die Zusammenarbeit mit dem Pekinger Organisationskomitee BOCOG laufe „sehr gut“. Einziger Kritikpunkt: Wegen Klagen der Sponsoren über mangelnde Besucher auf dem Olympia-Gelände drängt das IOC auf eine Lockerung der rigiden Zugangsbeschränkungen.“

So so.

Tags: Olympia 2008