Bitte entschuldigen Sie meine kommentarlose Abwesenheit, verehrte Leserinnen und Leser. Ich war sehr beschäftigt in den letzten Stunden, in erster Linie deshalb, weil ich Besuch aus der Schweiz habe.
Herr Noldinho ist zu Besuch in Shanghai, und auf den Mann muss man rund um die Uhr aufpassen, sonst stellt er irgendwelche Dummheiten an.
Beispielsweise war er noch keine sechs Stunden im Land, als sich folgende Szene ereignete: Ich fihr mit meinem Elektro-Roller in eine Rasierklinge (ja, sowas liegt hier auf der Strasse, wo denn sonst?) und musste notfallmässig beim Mechaniker an der Ecke vorbeischauen, um mir einen neuen Vorderrad-Pneu mitsamt Schlauch verpassen zu lassen. Herr Noldinho war zunächst etwas scheu, legte seine Zurückhaltung aber schnell ab und palaverte bald schon mit dem ganzen Quartier über Glück, Unglück, Essen, Uhren, Frauen und die unendliche Leichtigkeit des Seins im Allgemeinen.

Bei seinem neuen besten Freund, der als Gurtersatz ein grelloranges Seil um den Bauch geschlungen trug, mussten wir denn auch gleich noch zu Hause vorbei schauen, er wollte uns unbedingt seine Wohnung zeigen und Herrn Noldinho auf einen Kaffee einladen. Herr Noldinho war sehr beeindruckt.
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